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20 Jahre Helfer-vor-Ort im Verwaltungsraum Weilheim

20 Jahre Helfer-vor-Ort im Verwaltungsraum Weilheim:
5.555 gefahrene Einsätze
365 Tage im Jahr
24 Stunden am Tag
100% ehrenamtlich und unentgeltlich.

Nach 20 Jahren und 5.555 Einsätzen können wir auf ein erfolgreiches System zurückblicken. Zu Beginn häufig belächelt, ebenso oft kritisiert, selten ernst genommen. Exakt 20 Jahre später kommt ein Erlass aus dem Innenministerium, in dem die Helfer-vor-Ort zum ersten Mal offiziell/gesetzlich erwähnt werden.

In unserem ländlichen Bereich sind die Helfer-vor-Ort gar nicht mehr wegzudenken.
Wir überbrücken das „therapiefreie Intervall“ – die Zeit vom Absetzen des Notrufs bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes.

Im Regelfall benötigt der Rettungsdienst zwischen 12 und 15 Minuten nach Weilheim. Unsere Helfer sind im Schnitt nach 4-5 Minuten am Patient. Das verschafft einen Zeitvorteil von fast 10 Minuten. 10 Minuten, die schon des Öfteren über Leben und Tot entschieden haben.

In den Medien hört man regelmäßig von personellen Engpässen im Pflegebereich. Dabei steigt die Zahl der Rettungseinsätze stetig an. Diese Kombination führt immer häufiger dazu, dass wir nicht nur mit dem Rettungsdienst aus Kirchheim oder Nürtingen zusammenarbeiten, sondern auch mit Teams aus Göppingen, Uhingen, Plochingen, Leinfelden und sogar (auf der Alb) aus Reutlingen oder Bad Urach. Aufgrund der Engpässe sind Rettungsmittel nicht immer sofort verfügbar und es kann in Ausnahmefällen (Witterung, Großschadenslagen,…) länger als die vorgeschriebenen 15 Minuten dauern.

Ein Notruf wird in den meisten Fällen von einem medizinischen Laien abgegeben. Die nachfolgenden Rettungskräfte sowie die Rettungsleitstelle sind jedoch auf eine qualifizierte erste Meldung angewiesen, um bei Bedarf weitere Kräfte wie Notarzt, Bergwacht, Rettungshubschrauber oder die Feuerwehr anfordern zu können. Die Aufgabe der sogenannten Lagemeldung übernehmen die Helfer-vor-Ort und sorgen damit für eine optimale Versorgung des Patienten.

Die Helfer-vor-Ort sind ortsansässig und kennen sich auch dort aus, wo es keine Straßennamen gibt, sondern man in ein „Gewann“ fahren muss. Sie wissen wie Wanderwege mit Rettungsmitteln angefahren werden können und kennen die Gegebenheiten von großen Firmen oder Baustellen.

Ganz abgesehen von taktischen oder medizinischen Gründen geht es uns darum für Menschen in der für sie als extrem wahrgenommenen Situation da zu sein. Viele Helfer-vor-Ort sind in Weilheim und Umgebung persönlich bekannt, es kommt also kein „Fremder“. Ersthelfern und Familienangehörigen kann nach kurzer Zeit die Last des „alleine helfen zu müssen“ genommen werden.

Durch die Verbreitung von Automatisierten Externen Defibrillatoren (AED) auf unseren Fahrzeugen und die stetige Weiterentwicklung unserer Möglichkeiten konnten wir schon einige Patienten bei Reanimationen soweit stabilisieren, dass sie wieder selbständig zu atmen begannen und einen regelmäßigen Pulsschlag aufwiesen, bevor die Kollegen aus Kirchheim oder Nürtingen an der Einsatzstelle ankamen. So zum Beispiel am Pfingstmontag 2012: eine 52jährige fiel plötzlich vom Fahrrad atmete nicht mehr. Offensichtlich hatte sie gleich mehrere Schutzengel, denn eine Krankenschwester kam zufällig vorbei und begann die Herz-/Lungen Wiederbelebung. Kurz darauf waren unsere Helfer-vor-Ort zur Stelle und konnten mittels Defibrillator den lebensrettenden Schock abgeben. Die Patientin überlebte und erholte sich so gut, dass sogar der FOCUS in seiner Ausgabe 03/15 einen zweiseitigen Bericht darüber verfasste.

13. November 2018 07:53 Uhr. Alter: 31 Tage